Mittwoch, 23. August 2017

[Rezension] Akkad, Omar El - American War

Ab dem Jahre 2050 wandte sich der Planet gegen das Land und seine Bevölkerung. Durch den steigenden Meeresspiegel waren Teile der USA einfach untergegangen. Umweltkatastrophen waren keine Seltenheit und im Jahre 2074 brach der zweite amerikanische Bürgerkrieg aus, der 20 Jahre andauern sollte, und anschließend rafft eine Seuche Millionen von Menschen dahin. Über diese Zeit berichtet der Erzähler, der sein Berufsleben dem Studium dieser Ära gewidmet hat. Er erzählt die Geschichte einer Zerstörung, die in St. James, Louisiana begann.


Omar El Akkad hat einen dystopischen Roman geschrieben, der von seiner Handlung her nicht besonders abwegig erscheint: Eine Weltmacht, die sich erneut entzweit und bis zum äußersten bekriegt. Das hat es alles schon gegeben und wenn wir nicht aufpassen, kann sich dieses leider auch wiederholen.

Die Geschehnisse werden fast alle aus Sarat Chestnuts Perspektive geschildert. Diese Figur begleitet man in 5-6 Jahresschritten vom Kind bis zur erwachsenen Frau. So erfährt man, wie die verschiedenen Phasen des Krieges, der Zerstörung und der Seuche abliefen und wie diese die Menschen beeinflusst und deren Leben verändert haben. Sarat ist keine Sympathieträgerin per se. Viel mehr verdeutlicht sie die Auswirkungen des Krieges auf den Menschen und das auf eine knallharte Art und Weise.

Der Roman ist ungeschönt und manches Mal ganz schon brutal. Es gibt Hunger, Flüchtlingslager, bombenwerfende Drohnen, Folter, Selbstmordattentäter - das ganze Spektrum an Grausamkeiten. Trotzdem wirkt nichts künstlich aufgebauscht. Ich hatte das Gefühl, das ich ein Individuum während dieser Zeit begleite und dessen Realität erlebe. In diesem Roman ist es Fiktion, da der Autor sich einen zweiten Bürgerkrieg erdacht hat, aber vieles aus diesem Buch gibt es genauso, an einem anderen Ort und vielleicht in einem anderen Kontext, aber es ist keine Fantasiehandlung, sondern erschreckend real.

"American War" ist kein Roman, den man schnell nebenbei liest. Dafür ist die Thematik zu heftig. Ich bin beim Lesen des Öftern ins Stocken geraten. Ob das nun am Schreibstil des Autors oder an der Übersetzung lag, kann ich nicht beurteilen. Trotzdem ist es ein Buch über eine wichtige Thematik, die als Roman eher Zugang zu einer breiteren Masse von Lesern finden wird, als dieses als Sachbuch der Fall wäre.



Fazit: Ein aufrüttelnder, brutaler Roman über den Zerfall einer einstigen Weltmacht, die Zerstörung der Bevölkerung und vielen grausamen Ereignissen, die bereits jetzt an anderen Orten der Welt stattfinden. Es ist eine Mahnung an uns Menschen, dass unsere Handlungen die Zukunft entscheidend prägen werden und wir daher sorgfältig damit umgehen müssen.

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: S. FISCHER; Auflage: 1 (27. Juli 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3103973195
  • ISBN-13: 978-3103973198
  •  Übersetzer: Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié
  • Verlagsgruppe:

Liebe Grüße,
Claudia

Dienstag, 22. August 2017

[Die Story hinter dem Buch] Martina Sahler - Die Stadt des Zahren


heute:



Martina Sahler - Die Stadt des Zahren
 


© Martina Sahler (istock & List)

Als ich im Dezember 2015 nach St. Petersburg reiste, wollte ich eigentlich in erster Linie für den letzten Band meiner Weltbild-Trilogie über die Wolgasiedler recherchieren (Weiße Nächte, weites Land; Dunkle Wälder, ferne Sehnsucht; Weiter Himmel, wilder Fluss). Doch ich verliebte mich gleich am ersten Tag in diese atemraubende Stadt, in dieses purpurne Flair aus europäischer Kultur und russischer Seele, und als ich in der Peter-Paul-Festung stand, wusste ich, dass ich die Geschichte dieser Stadt erzählen musste.

Martina Sahler in der Peter-Paul-
Festungmit Blick über die Newa
© Martina Sahler
© Martina Sahler























Es war Zar Peter der Große gewesen, der 1703 den ersten Spatenstich in diesem morastigen Sumpfgebiet setzte und zunächst mit dem Bau der Festung begann, ein monumentales Vorhaben, an dem ungezählte Soldaten, Leibeigene und Kriegsgefangene beteiligt werden sollten. Im Geiste hörte ich, während ich die Festung umrundete, die Schreie der Arbeiter, wenn die Aufseher die Peitschen auf ihre Rücken niedersausen ließen, und das Wehgeschrei der Handwerker, wenn die nächste Flutwelle der Newa ihr mühevolles Werk zunichtemachte. Ich hörte das Jammern der Adeligen, denen befohlen wurde, sich in der neuen russischen Hauptstadt anzusiedeln, und ich fühlte den Stolz derer, denen es nach Jahren der Mühsal gelang, St. Petersburg als Tor zum Westen für die Russen zu etablieren. Ich konnte mir vorstellen, mit welcher Abenteuerlust und welchem Elan Intellektuelle und Künstler aus ganz Europa anreisten, um sich am kulturellen Werden der Stadt zu beteiligen.

Der eherne Reiter (via pixabay)

Den Bogen von den Anfängen der Stadt bis hin zu ihrer Blütezeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu spannen wäre mir mit einem einzigen Roman niemals gelungen, obwohl ich bei meinem Besuch in der Stadt selbstverständlich das imperiale St. Petersburg von Katharina der Großen mit dem Winterpalast, all den beeindruckenden Schlössern und Parks und den romantischen Brücken von ganzem Herzen genossen habe. Aber ich legte das Hauptaugenmerk in „Die Stadt des Zaren“ auf die Anfänge der Stadtwerdung und beschrieb den Weg der Gründergeneration. Klar, dass die Geschichte damit nicht enden kann, obwohl der Roman in sich abgeschlossen ist. Ich plane bereits Band 2 – und meine nächste Reise in die Stadt an der Newa. Dann vielleicht im Juni, in der betörenden Zeit der weißen Nächte, wenn die Sonne niemals untergeht und sich die Silhouetten der Paläste im silbrigen Wasser spiegeln.

(via pixabay)






  • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
  • Verlag: List Hardcover (11. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 347135154X
  • ISBN-13: 978-3471351543




Liebe Grüße,
Claudia

Montag, 21. August 2017

[Rezension] Bergmann, Renate - Besser als Bus fahren

Renate Bermann - 82 Jahre alt, vierfach verwitwet, aus Berlin - weiß, auf die letzte Reise kann sie nichts mitnehmen. Daher bucht sie mit ihrer besten Freundin Gertrud eine Mittelmeerkreuzfahrt - schließlich muss man verreisen, solange man sich noch ohne Pflegekraft fortbewegen kann. Die beiden freuen sich aufs "Traumschiff", auf die zahlreichen Büfetts und Gertrud will unbedingt zum Schiffsarzt. Dass es bei diesem Abenteuer einiges zum Schmunzeln geben wird, ist klar!


Ich verfolge Renates Abenteuer seit Anfang an über die Hörbücher. "Besser als Bus fahren" wird wieder von Carmen-Maja Antoni gelesen. Ich trauere leider immer noch der ursprünglichen Stimme von Marie Gruber hinterher, auch wenn Antoni mit ihrer rauen Stimme passend ist - sie ist halt nicht "meine Renate". Ich dachte, ich hätte mich mittlerweile schon daran gewöhnt, aber leider noch nicht so ganz. Trotzdem macht es auch mit der Präsentation von Carmen-Maja Antoni Spaß, denn Renates Abenteuer sind weiterhin sehr unterhaltsam.

Wie man es von den Romanen um Renate Bergmann gewöhnt ist, spielt der Autor Torsten Rohde, der hinter dem Pseudonym der rüstigen Rentnerin steckt, mit Klischees und Übertreibungen. Das kennt man bereits, wenn man die Protagonistin in ihren letzten Büchern erlebt hat und meiner Meinung nach passt es sehr gut in die Handlung hinein und sorgt für humorvolle Unterhaltung. Inhaltlich bekommt man, was die Kurzbeschreibung verspricht: Renate und Gertrud müssen erst ihren Flug überstehen, danach geht es drei Wochen auf Kreuzfahrt mit zahlreichen Landausflügen und An-Bord-Aktivitäten.

Fazit: Typisch Renate Bergmann, nur dieses Mal nicht in Berlin, sondern auf einer Kreuzfahrt durchs Mittelmeer. Die unterhaltsamen Abenteuer aus Sicht der rüstigen Rentnerin haben mich erneut humorvoll unterhalten. Wer Renate übrigens noch nicht kennt, der kann mit jedem der Hörbucher einsteigen. Das Einhalten einer bestimmten Reihenfolge ist nicht zwingend erforderlich.

  • Audio: 3 CDs - ca. 3h 38min
  • Verlag: Der Audio Verlag (4. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3742400444
  • ISBN-13: 978-3742400444
    http://www.der-audio-verlag.de/




noch mehr von Renate Bergmann:

Liebe Grüße,
Claudia

Sonntag, 20. August 2017

[In my Mailbox] KW # 33/2017


Hier meine Neuzugänge aus dieser Woche!

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon

Tuomas Kyrö - Der Grantige
Lange, Kathrin - Die Fabelmacht-Chroniken (1/3) Flammende Zeichen
Chris Karlden - Der Totensucher

Allert, Judith - Krümel und Fussel (02) Allein unter Schafen





Liebe Grüße,
Claudia

Samstag, 19. August 2017

[Stefanies Rezension] Carrisi, Donato - Der Nebelmann

Gastrezension von Stefanie


Präzise wie ein Uhrwerk. Alles zu seiner Zeit

Ich habe Donato Carrisis „Der Nebelmann“ als mp3-Hörbuch, erschienen im DAV (der Audioverlag) gehört. Das Hörbuch hat eine Länge von 9 Stunden, ist eine ungekürzte Version der Romanfassung und wird gelesen von Uve Teschner. Von Carrisi habe ich bisher noch nichts gelesen, obwohl mir die Buchtitel bekannt vorkommen.


Zum Inhalt: Ein rothaariges Mädchen verschwindet spurlos; der Starermittler Vogel, der vor Eitelkeit und Geltungssucht nur so strotzt, wird auf den Fall angesetzt. Die Spuren gehen in verschiedene Richtungen: erstens gehörten die Elterns des Mädchens einer streng gläubigen Bruderschaft an, zweitens wurde ein weißer Geländewagen stets in ihrer Nähe gesehen, drittens stellte ihr ein etwas verrückter Jugendlicher nach, viertens... und so gibt es noch einige Spuren bzw. Möglichkeiten, in die der Leser oder Zuhörer weiterdenken kann. So wurden vor 30 Jahren bereits sechs weitere Mädchen mit roten Haaren vermisst. Ins Visier gerät ein Hauptverdächtiger ohne Alibi, der durch einen Fund noch dazu schwer belastet wird...

Der Krimi von Carrisi ist sehr vielschichtig. Die Personenzahl an sich ist zwar begrenzt, aber dennoch gibt es viele Motive, Indizien, Verdächtige. Am Schluss gibt es dann auch noch zwei Überraschungen (für mich jedenfalls). Mit hellseherischer Fähigkeit hat der Täter sein Werk geplant. Alles funktioniert nur so, weil alles genau so eingetroffen ist, wie er es sich gedacht hat. Das finde ich sehr unwahrscheinlich; sodass man dafür mindestens einen halben Stern abziehen muss.

Fünf Sterne bekommt das Hörbuch von mir dennoch, weil ich mich gegen Ende der Geschichte doch gebannt neben dem CD-Player wieder gefunden habe. Dabei hatte ich erst Einstiegsschwierigkeiten wurde erst nach ca. 1/3 der Story richtig mit ihr warm.

Die Eitelkeit und Geltungssucht einiger Protagonisten spiegelt sich in der Lesart des Sprechers wider. Diese ist nicht bei allen Figuren so angenehm, aber das ist wohl so gewollt und charakterisiert durch den Tonfall die Figuren.

Fazit: Alles in allem und vor allem gegen Ende ein gutes Hörbuch, das von mir 4,5 Sterne bekommt.

  • MP3: 1 CD - ca. 9h 52min
  • Verlag: Der Audio Verlag; Auflage: Ungekürzte Lesung. (4. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 374240248X
  • ISBN-13: 978-3742402486
    http://www.der-audio-verlag.de/





Liebe Grüße,
Claudia

Freitag, 18. August 2017

[Rezension] Schneider, Anna - Von Liebe und Lügen

Die Clique um das Traumpaar Jonah und Lynn droht zu zerbrechen, als Lynn ein Jahr vor dem Abitur zusammen mit ihren Eltern nach Asien umziehen muss. Aber nun ist nicht nur die Liebe zwischen den beiden in Gefahr, sondern jeder hat plötzlich Geheimnisse vor den anderen, neue Personen tauchen in der Clique auf, denen andere wiederum misstrauen und dann wird auch Jonahs Auto zerstört und er erhält merkwürdige Todessymbole. Es ist den Jugendlichen kaum noch möglich zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden.


Der Titel "Von Liebe und Lügen" passt genau zu diesem Jugendthriller, denn exakt diese beiden Themen stehen durchgängig im Mittelpunkt des Romans. Der Großteil der Handlung wird von einem allwissenden Erzähler geschildert, welcher abwechselnd aus den Perspektiven der Jugendlichen berichtet. Hin und wieder gibt es Kapitel aus Sicht eines Ich-Erzählers, dessen Identität jedoch erst gegen Ende des Buches bekanntgegeben wird. Diese Parts lassen tief in die grausame Seele eines Menschen blicken, dessen Psyche mehr als nur angeknackst ist. Erst im letzten Drittel konnte ich vermuten, wer hinter dieser unbekannten Person stecken könnte. Zuvor werden genügend potentielle Charaktere angeboten, damit man als Leser selbst nicht weiß, wem man trauen darf und wem nicht. 

Die Bindung zwischen Jonah und Lynn war für mich nicht greifbar. Aus Jonahs Sicht hatte ich immer das Gefühl, dass die beiden erst seit wenigen Wochen zusammen sind, aus Lynns Sicht hingegen fühlte es sich eher wie mehrere Jahre an. Die Intensität dieser Beziehung ist jedoch wichtig für den Roman und hätte noch etwas stärker ausgearbeitet werden müssen. Außerdem gab es zwei Erlebnisse, die kaum von den anderen Beteiligten zur Kenntnis genommen wurden, meiner Meinung nach aber auf eine viel größere Rückmeldung hätten stoßen müssen, um authentische Handlungen darzustellen.

Trotzdem ist es Anna Schneider gelungen mich spannend mit ihrem Jugendthriller zu unterhalten. Besonders die Ich-Erzähler-Passagen versprühen eine düstere Atmosphäre, wodurch ich beim Lesen gefesselt wurde und unbedingt wissen wollte, wer dahinter steckt und welche Lügen das Gefüge der Clique zu zerstören drohten.

Fazit: Erneut spannende Unterhaltung von Anna Schneider, deren andere Jugendromane ich bereits sehr gerne gelesen habe. Bis auf kleinere Kritikpunkte ist ihr ein fesselnder Thriller gelungen, in dem es um Liebe und Lügen geht, die sich verstricken, bis diesem Konstrukt niemand mehr entkommen kann.

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (26. Juli 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3743159902
  • ISBN-13: 978-3743159907
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre



Jugendbücher der Autorin:


Liebe Grüße,
Claudia

Donnerstag, 17. August 2017

[Trailer-Thursday] Monika Maifeld - Morgen ist es Liebe



Hallo ihr Lieben,

heute habe ich euch einen Buchtrailer zu diesem Roman mitgebracht:


  • Broschiert: 432 Seiten
  • Verlag: Knaur HC (1. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426654326
  • ISBN-13: 978-3426654323




Viel Spaß beim Schauen!


Liebe Grüße,
Claudia

Mittwoch, 16. August 2017

[Gewinner] Happy me aus dem moses. Verlag


Hallo ihr Lieben,

ich möchte heute jemandem mit einem Happy me Set glücklich machen. 
Zur Erinnerung: Folgendes gab es zu gewinnen:


Ich habe per random.org ausgelost und gewonnen hat:

*Trommelwirbel on*

Nadine D. aus M.

*Trommelwirbel off*

Ich werde das Set in den nächsten Tagen verschicken und hoffe, es macht dich *happy* :)

Allen anderen danke ich fürs Teilnehmen. Ein neues Gewinnspiel läuft ja bereits, falls ihr euer Glück bei einem Jugendbuch versuchen wollt --> hier klicken.


Liebe Grüße,
Claudia

Dienstag, 15. August 2017

[Die Story hinter dem Buch] Caroline Brinkmann - Die Perfekten


heute:


Caroline Brinkmann - Die Perfekten

 


Was sind "Die Perfekten"?

Eine Dystopie.
Ja, das ist das Genre, in dem coolen Mädchen eine futuristisch angehauchte Welt retten müssen, in der es nicht so gelaufen ist, wie man sich das wünschen würde. Meistens bedeutet das, dass die Regierung zu viel Macht hat, diese missbraucht und den Großteil der Bevölkerung unterdrückt.
Dann gibt es natürlich noch etwas Herzschmerz, weil es einen geheimnisvollen Jungen gibt, der sich unsterblich in das Mädchen verliebt...

Nicht so bei Projekt P.
Oder doch?
Na gut. Das mit dem coolen Mädchen stimmt.


Wie bist du auf das Thema „Perfektion“ gekommen?

Ich habe das Gefühl, optische „Perfektion“ wird immer mehr zum Thema, in Fernsehshows wie „Germanys next topmodel“, aber auch immer mehr in den sozialen Medien. Perfekt geformte Körper werden präsentiert und sobald jemand etwas von diesen Schönheitsvorstellungen abweicht, sei es durch mehr Körpergewicht, oder übermäßig viele Muttermale, kommt irgendwer daher, den das „stört“.
Gerade bei Apps wie Tinder oder Fernsehformaten wie Bachlor wird zudem suggeriert, dass es normal ist auch die Partnerwahl nach optischen Kriterien zu treffen.

Ich habe diese Thematik aufgegriffen und überlegt, zu was wir in der Zukunft fähig sein werden. Können wir durch Wissenschaft die Gene soweit manipulieren, dass wir unseren Nachwuchs nach Schönheitsvorstellungen und Modetrends gestalten können. Und gibt es dann Trends? In einem Jahr haben alle Kinder dunkle Haut, blauen Augen und Sommersprossen. Im nächsten Jahr ist das dann schon voll out und grün-gelbe Augen werden bestellt, zusammen mit weißer Haut und schwarzen Haaren.

© Bastei Lübbe (one by Lübbe)


Wie sieht deine Welt in den Perfekten aus?

An der Spitze des Systems stehen die Gesegneten (Menschen mit dem perfekten Erbgut). Der Rest der Menschen wird nach dem Wert ihrer Gene in drei Klassen unterteilt.

Was sich auch ziemlich traurig anhört...

Das ist es. Für Dreien (niedrigste Klasse) ist es nicht leicht an Jobs zu kommen und sie werden oft abgewertet. Allerdings lässt sich das System nicht so einfach als „böse“ abstempeln. Es ist letztendlich nur eine andere Kategorisierung. Auch in unserer Gesellschaft wird oft nach Familie, Reichtum, Hautfarbe, Geschlecht und Religion eingeteilt. Diese Kategorien haben sich bei den „Perfekten“ aufgelöst und spielen keine Rolle mehr. Es gibt nur noch die Kultur den Gene.


Gibt es auch eine Liebesgeschichte?

Diejenigen, die mich kennen, wissen, ich stehe eher auf die Liebesgeschichten, die am Rand ablaufen. Annie und Finnick (Tribute von Panem) oder Ron und Hermine (Harry Potter).
Ich mag nicht diese Bücher, in der die „Liebe auf den ersten Blick“ überthematisiert wird, auch, weil ich die Liebe in dieser Art von Büchern oft viel zu oberflächlich finde. Er ist heiß und geheimnisvoll. Sie ist wunderschön. Und sie lieben sich für immer und ewig. Ohne je ein tiefergehendes Gespräch zu führen.

Also so eine Liebesgeschichte gibt es nicht. Aber trotzdem kommt Liebe nicht zu kurz. Liebe zwischen Mutter und Tochter. Liebe zwischen Bruder und Schwester. Liebe zwischen besten Freunden und ja... auch die Liebe zwischen einem Liebespaar.

Caroline Brinkmann
im Interview



  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe) (25. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3846600490
  • ISBN-13: 978-3846600498
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre


Liebe Grüße,
Claudia

Montag, 14. August 2017

[Gewinnspiel] Anika Beer - Kieselsommer



Hallo zusammen,

wir sind mitten im Sommer und (fast) überall sind noch Sommerferien, da passt ein Roman wie "Kieselsommer" doch perfekt ins Leseprogramm, denn Tilda erlebt den ersten Urlaub ohne Eltern. Zusammen mit ihrer Freundin Ella dürfen sie zwei Wochen im Ferienhaus ihrer Tante im Spreewald machen was sie wollen. Alles läuft gut, bis Mats dazwischen grätscht... Wie es weiter geht, könnt ihr in dem Buch lesen, das ich heute verlose:


Zu gewinnen gibt es:

Anika Beer - Kieselsommer

ür den Klappentext klickt bitte auf das Cover,
dann gelangt ihr zu Amazon


Um am Gewinnspiel teilzunehmen,
  • lest die Story hinter dem Buch, die Anika Beer auf meinem Blog verraten hat,
  • füllt das folgende Formular vollständig aus,
  • hinterlasst die Antwort auf die Frage außerdem als Blog-Kommentar
  • beachtet die untenstehenden Regeln.





1.) Teilnehmer müssen über 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung der Eltern.
2.) Die Adressen werden nur für das Gewinnspiel verwandt und anschließend gelöscht.
3.) Für Teilnehmer aus dem Ausland: Ich versende nur innerhalb Deutschlands, es sei denn, ihr würdet mir das Porto erstatten. Jeder Teilnehmer aus dem Ausland erklärt sich durch die Teilnahme am Gewinnspiel mit dieser Passage einverstanden.
4.)  Ich übernehme keine Haftung, falls der Gewinn auf dem Postwege verloren gehen sollte.
5.) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Einsendeschluss ist der 26.08.2017 - 23.59 Uhr

Mein Gewinnspiel darf natürlich gerne auf eurem Blog oder bei Twitter / Facebook verbreitet werden. Außerdem freue ich mich sehr, falls ihr meinen Blog als Leser verfolgen würdet :)


Euch allen viel Erfolg dabei :)


Liebe Grüße,
Claudia

Sonntag, 13. August 2017

[In my Mailbox] KW # 32/2017


Hier meine Neuzugänge aus dieser Woche!

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon

Meyer, Kai - Die Spur der Bücher
Schneider, Anna - Von Liebe und Lügen
Wilson, Carly - Myriad High (01) Was Hannah nicht weiß
Rylance, Ulrike - Penny Pepper (04) Tatort Winterwald
Rylance, Ulrike - Penny Pepper (05) Spione am Strand
Rylance, Ulrike - Penny Pepper (06) auf Klassenfahrt

Winkelmann, Andreas - Housesitter



Liebe Grüße,
Claudia

Samstag, 12. August 2017

[Stefanies Rezension] Schroeder, R. M. - Lady Moonshine

Gastrezension von Stefanie


Einmal quer durch die Zwanziger Jahre der USA

Die Roaring Twenties und die Prohibition sind Themen, die mich sehr interessieren, die ich aber in Zahlen und Fakten bereits ganz gut kenne. In Romanen werden diese Zeiten allerdings immer sehr lebendig, und so habe ich mich mit großen Erwartungen an R.M. Schroeders „Lady Moonshine“ gewagt. Was ich genau davon halten soll, weiß ich allerdings nicht. Keine Frage: Der Autor, der schon seit Jahrzehnten unter unterschiedlichen Pseudonymen vornehmlich Frauenromane schreibt, versteht sein Handwerk, und so ist hier ein solider Roman entstanden, der auf 650 Seiten mal mehr, mal weniger überzeugt.

Zum Inhalt: Mallory Kendrick ist eine toughe junge Frau, die zusammen mit Bruder und Vater einen Hof bewirtschaftet, vor allem aber in Zeiten der Prohibition schwarz Alkohol brennt und damit die Familie über Wasser hält. Weil sie dieses Handwerk besonders gut beherrscht, wird sie (später) 'Lady Moonshine' nach dem schwarz Gebrannten genannt, den man 'Moonshine' nannte. Weil sich die Familie den Zwängen der Mafia wiedersetzt, kommt es zu Gewalttaten, und bald ist die Familie nicht mehr das, was sie war. Mallory muss sich allein durchschlagen, geht eine mehr oder weniger erzwungene Beziehung ein, sinnt auf Rache und kämpft um das Leben und die Gunst ihres Bruders... (es ist schwer, hier nicht zuviel zu verraten).

Im ersten Teil des Buches kam es mir wirklich vor, als hätte der Autor hier den Lexikoneintrag „Zwanziger Jahre in den USA“ abgearbeitet. Alle Neurungen, alle Trends, alle Klischees, alle geschichtlich wichtigen Ereignisse wurden eingearbeitet. Da durfte nichts fehlen. Das war mir zu künstlich und zuviel. Später hat es mich weniger gestört, oder der Roman war nicht mehr so überladen mit diesen Neuerungen der Zwanziger. Später werden sogar einige Klischees aufgebrochen, z.B. hat ein Schwarzer in der Nähe von Roanoke, Virginia, eine eigene Farm, was zwar rechtlich möglich gewesen wäre; ich glaube aber nicht, dass man es geduldet hätte.

Zwischendurch kommt auch ein wenig Spannung auf, aber die meisten Charaktere möchte man ständig anschubsen, dass sie doch etwas tun sollen. Eine interessante Wendung fand ich, wie der Bruder von Mallory letztendlich auf die Wahrheit kommt.

  • Taschenbuch: 656 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426517868
  • ISBN-13: 978-3426517864


Liebe Grüße,
Claudia